Sierau verkennt die Realitäten
Auf Sieraus Äußerungen, dass Dortmund was die demographische Entwicklung anbelangt, im städteweiten Vergleich gut dasteht, reagiert die CDU Dortmund mit Erstaunen. „Sierau suggeriert mit seinen Äußerungen, dass Dortmund genug tut, um die Folgen des demographischen Wandels abzufedern“, so der Stellvertretende Kreisvorsitzende Steffen Kanitz. „Nicht jedoch die Zahl der Abwanderungen oder Zuwanderungen ist entscheidend, sondern vielmehr die sich verändernden Bevölkerungsstrukturen“, so Kanitz weiter.
Während die Bevölkerungsgruppe der 18 – 49-jährigen laut aktuellen Zahlen der Bertelsmann-Stiftung bis 2020 in Dortmund um 18 % abnimmt, steigt der Anteil der über 80-Jährigen im gleichen Zeitraum um 71 %. „Daraus ergeben sich enorme Herausforderungen für die kommunale Politik.“ Um im städteweiten Wettbewerb um qualifizierte Zuwanderer zu bestehen, bedarf es laut Kanitz aber mehr als der Ausweisung neuer Wohn – und Gewerbeflächen. „Wir müssen als Stadt in Gänze attraktiver werden für junge Familien“. Dazu gehört beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über eine flächendeckende qualifizierte U3-Betreung, die in Dortmund noch längst nicht sicher gestellt ist. „Der Oberbürgermeister hat sich lange Zeit damit gerühmt, familienfreundliche Stadt zu sein, die Realität sieht laut Prognos-Studie vom vergangenen Jahr anders aus!“ Ein wesentlicher Standortfaktor bleibt die Bildung. „Bei einem Sanierungsbedarf der Dortmunder Schulen von aktuell 100 Mio. €, bleibt die Attraktivität der Schulen manchmal auf der Strecke“. Wesentlicher Beweggrund nach Dortmund zu ziehen stellen natürlich vorhandene Arbeitsplätze dar. „Es ist der rot-grünen Politik in Dortmund nicht gelungen, den Verlust von 70.000 Arbeitsplätzen im Bereich Kohle, Bier und Stahl aufzufangen“. Nur wenn es Dortmund gelingt, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und sowohl jungen Familien ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich sowohl beruflich als auch in der Gestaltung ihrer Freizeit wohlfühlen und gleichzeitig Senioren als bedeutsamen integralen Bestanteil dieser Gesellschaft sehen, wird Dortmund die Stadt bleiben, in der wir gerne leben. „Der Demographische Wandel verlangt ein ganzheitliches Konzept, das sich nicht nur auf Infrastruktur begrenzt, sondern ebenso die Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens behandelt“. Diese Erkenntnis muss sich bei der SPD offensichtlich erst durchsetzen.